Neue ZQP-Studie: Gewalterfahrungen in der informellen Pflege sind weit verbreitet

Informations- und Koordinierungsstelle der LID NRW - am 26. Jun 2018

1,4 Millionen pflegebedürftige Menschen werden in Deutschland ausschließlich durch Angehörige versorgt. Dabei bringen diese meist sehr viel Zeit, Geduld und Kraft auf. Belastende Konflikte drohen und können zu Gewalt in der Pflege führen. Umso wichtiger sind gezielte Unterstützungsangebote sowie Aufklärung zu Gewaltprävention in der Pflege. Dies unterstreicht eine aktuelle ZQP-Befragung (ZQP=Zentrum für Qualität in der Pflege). Für die Untersuchung wurden deutschlandweit 1.006 pflegende Angehörige im Alter zwischen 40 und 85 Jahren dazu befragt, welche Erfahrungen sie mit Konflikten und Gewalt in der Pflege gemacht haben.

Es zeigt sich: Neben belastenden Gefühlen berichten viele Angehörige von Gewalt bzw. krankheitsbedingtem gewaltförmigem Verhalten Pflegebedürftiger. 45 Prozent geben an, mit psychischer Gewalt wie Anschreien, Beleidigen oder Einschüchtern konfrontiert worden zu sein. 11 Prozent haben körperliche Übergriffe wie grobes Anfassen, Kratzen, Kneifen oder Schlagen erlebt.


Auch Pflegende können gegenüber einer pflegebedürftigen Person gewaltsam handeln. Insgesamt 40 Prozent der Befragten äußerten, dies innerhalb der letzten sechs Monate mindestens schon einmal absichtlich getan zu haben. Am häufigsten wurden mit 32 Prozent auch hier Formen psychischer Gewalt berichtet. 12 Prozent machten Angaben zu körperlicher Gewalt, 11 Prozent zu Vernachlässigung. Sechs Prozent nannten freiheitsentziehende Maßnahmen.


Das ZQP bietet auf seinem Portal
www.pflege-gewalt.de umfangreiche Informationen zur Gewaltprävention sowie Notfall-Kontakte für Krisenfälle.

Lesen Sie die vollständige neue ZQP-Analyse hier:
Aggression und Gewalt in der informellen Pflege