Wieso überhaupt Öffentlichkeitsarbeit?

Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig, um über das Angebot zu informieren, die Teilnehmer und andere Zielgruppen zu erreichen und dadurch Transparenz und Akzeptanz zu schaffen. Eine gute und gezielte Öffentlichkeitsarbeit entscheidet mitunter über den Erfolg eines Angebots.

Wer soll erreicht werden?

Zum einen sollen potentiell interessierte Teilnehmer angesprochen werden, zum anderen aber auch Ehrenamtliche, professionell Tätige und Sponsoren.

Wie kann die beschriebene Zielgruppe erreicht werden?

Zu einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit gehört die Nutzung verschiedener Kommunikationsmittel und Medien, wie zum Beispiel Handzettel, Flyer, Broschüren, eine Website, Zeitungsannoncen sowie die Berücksichtigung regionaler Medien durch Pressemitteilungen oder Pressekonferenzen.

Das Angebot sollte auch in bestehende Demenz-Wegweiser und anderen Angebotsübersichten aufgenommen werden.

Neben dieser bewussten Nutzung von Medien ist das „Weitererzählen“ ein nicht zu unterschätzendes, selbstlaufendes Mittel, um Informationen an die Öffentlichkeit weiterzugeben.

Dazu gehört vor allem die kontinuierliche Pflege von persönlichen Kontakten zu Demenz-Beratungsstellen, Pflegestützpunkten, Ärzten, Institutsambulanzen bzw. Gedächtnissprechstunden, Kliniken, Tageskliniken, Rehakliniken, Therapiezentren (Ergo-, Logo-, und Physiotherapie), anderen Gruppenangeboten, Bürgerstiftungen und Begegnungszentren sowie Alten-, Pflege -und Gesundheitskonferenzen.

Wie sieht erfolgversprechende Öffentlichkeitsarbeit vor dem Start einer Gruppe aus?

Neben den bereits beschriebenen Wegen kann eine Informationsveranstaltung zur Bekanntgabe des neuen Angebots organisiert werden.

Das Anbieten einer speziellen Demenz-Veranstaltungsreihe für Menschen mit Demenz kann dazu führen, dass die Teilnehmer sich anschließend weiter treffen möchten.

Hilfreich kann sein, eine in der Region bekannte Persönlichkeit als Schirmherrn zu gewinnen.

Nicht selten stehen Scham und Hemmungen dem Besuch der Gruppe entgegen. Daher ist es sinnvoll, dass vor dem ersten Gruppentermin ein vertraulicher Hausbesuch durch den „Kümmerer“ bzw. der Gruppenleitung angeboten wird.

Wie sieht erfolgversprechende Öffentlichkeitsarbeit aus, wenn das Angebot schon regelmäßig stattfindet?

All die Wege, die zum Start des Angebotes gegangen werden können, sind auch im weiteren Verlauf hilfreich. Eine bestehende Gruppe hat sogar noch zusätzliche Möglichkeiten. Jeder Teilnehmer kann Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für die Gruppe übernehmen, indem er von den bisherigen Treffen berichtet. Die Betroffenen können Vor- und Nachteile aus eigener Perspektive besser beschreiben und machen den Zugang für künftige Teilnehmer leichter.

Öffentlich wirksam sind Präsentationen der Gruppe oder einzelner   Gruppenmitglieder, die die Eigenständigkeit und die Eigenverantwortung der Betroffenen in den Fokus rücken. Das kann die Teilnahme an Fachveranstaltungen wie auch an kulturellen und sportlichen Aktivitäten sein.

Dieses aktive Einbinden der Gruppenteilnehmer in die Öffentlichkeitsarbeit kann nur auf eigenen Wunsch erfolgen. Es darf für den einzelnen Teilnehmer nicht ein direkter oder indirekter Druck entstehen, sich an solchen Aktionen beteiligen zu müssen.

Was sollte kontinuierlich an Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden?

Entscheidend ist dabei, den persönlichen Kontakt zu den wichtigen Netzwerkpartnern kontinuierlich zu pflegen. Auch eine Teilnahme an unterschiedlichen Gremien und Arbeitskreisen ist von daher sinnvoll.

Werden neue Medien genutzt, müssen zum Beispiel Internetseiten regelmäßig gepflegt und aktualisiert werden.

Welche Klippen sollten bei der Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigt werden?

Interne Strukturen, gemeinsame Absprachen der Gruppenmitglieder untereinander und eine „öffentliche Wahrnehmung der Defizite“ sollen keine Themen der öffentlichen Darstellung der Gruppe sein. Es darf auf keinen Fall ein Gefühl „der zu Schaustellung“ der Betroffenen vermittelt werden. Jeder Teilnehmer hat das Recht, dass seine Teilnahme nicht öffentlich wird, wenn er es nicht wünscht und sich bei jeder Form von Öffentlichkeitsarbeit zurückzuziehen.

Welche Chancen für eine erfolgversprechende Öffentlichkeitsarbeit bieten sich?

In der Gruppe finden Personen zusammen, die für sich selber sprechen. In der Regel kommen ansonsten oftmals Angehörige, Ehrenamtliche oder Profis stellvertretend zu Wort.

Die Presse hat ein besonderes Interesse an Informationen aus erster Hand und wird, wenn über Demenz berichtet werden soll, von sich aus auf das Angebot zukommen. Interviews oder andere Berichte sind kostenlose Werbung für das Angebot.

Da diese öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten einzelner Gruppenteilnehmer auf freiwilliger Basis erfolgen, kann sie eine sicherlich überwiegend wohlwollende Berichterstattung in ihrem Selbstwertgefühl bestärken.

Selbsthilfegruppen sind Mut machende Angebote, die gesellschaftspolitisch dafür sorgen können, dass das öffentliche Bild einer Demenzerkrankung nicht nur von dem Blick auf die Menschen im späteren Stadium geprägt wird.