Frühe Krankheitsanzeichen

Demenziell erkrankte Frau
Copyright: Claudia Thoelen

Menschen, die an einer Demenz z. B. Alzheimer erkrankt sind, haben nicht nur große Probleme dabei, sich etwas Neues zu merken, sondern ihnen wird auch das fremd, was bisher immer bekannt und vertraut war.
Manche finden den Weg nach Hause nicht mehr. Manche kaufen immer wieder und viel zu viel ein, weil sie vergessen haben, dass sie schon einkaufen waren und der Kühlschrank voll ist. Menschen mit einer demenziellen Erkrankung vergessen schon im Frühstadium der Erkrankung Worte und suchen dann nach Umschreibungen. Wenn ihnen auch das nicht mehr gelingt, kann es zu vollkommener Verstummung kommen oder aber – bedingt durch die Frustration der Betroffenen - zu aggressiven Verhaltensweisen führen.

Etwas zu vergessen, ist ein typisches Zeichen für eine Demenz. Jedoch vergessen die erkrankten Menschen nicht nur das, was neu für sie ist, sondern sie vergessen mehr und mehr das, was ihnen im Alltag immer selbstverständlich war: sich anziehen, für die ganze Familie kochen oder die Reifen des Autos wechseln - die Kenntnisse über die Handlungsabläufe bei alltäglichen Dingen gehen zunehmend verloren. Je weiter die demenzielle Erkrankung fortschreitet, umso mehr verlieren Menschen mit Demenz den Bezug zu ihrem jetzigen Leben.

Demenziell erkrankte Frau
Copyright: Claudia Thoelen

Im späteren Stadium der Erkrankung kann es vorkommen, dass Menschen mit Demenz ihre eigenen Kinder nicht mehr erkennen, wenn diese vor ihnen stehen – wohl aber, wenn sie ein Bild von ihnen sehen, auf dem die Kinder noch klein sind. Andere wollen wieder jeden Morgen zur Arbeit gehen, obwohl sie schon seit Langem im Ruhestand sind.

Krankheitsverlauf

So wie es nicht "die Demenz" gibt, so gibt es auch nicht "den Verlauf". Der Verlauf einer Alzheimer-Krankheit kann sich anders darstellen als bei einer durchblutungsbedingten (vaskulären) Demenz. Während die Alzheimer-Demenz oft mit einer schleichenden Verschlechterung einhergeht, sind bei der gefäßbedingten Demenz abrupte rasche Verschlechterungen möglich, manchmal auch leichte Verbesserungen. Diese durchblutungsbedingten Demenzen können auch über einen bestimmten Zeitraum stagnieren und schreiten in dieser Zeit nicht weiter fort..

Es treten jedoch auch innerhalb eines Krankheitsbildes sehr unterschiedliche Verläufe auf. Gerade bei der Alzheimer-Krankheit scheint es Betroffene zu geben, bei denen die Krankheit sich sehr schnell verschlechtert, während andere einen langsameren Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit erleiden.

Demenziell erkrankte Frau im Straßenverkehr
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Zu Beginn einer Demenz stehen vor allem die Gedächtnisstörungen sowie die Orientierungsprobleme im Vordergrund. Mit Fortschreiten der Erkrankung stellt sich in vielen Fällen ein zunehmender Verlust des Wortschatzes und der Sprache insgesamt ein. Im Verlauf einer Demenz gewinnen deshalb nonverbale Zugänge zum Beispiel über Musik und einfühlsame Begegnungen sowie Berührungen an Bedeutung für die Erkrankten. Je nach Demenzform und allgemeiner Konstitution stellt auch die Bewegung ein zunehmendes Problem dar. Dabei können Mobilitätseinschränkungen sehr unterschiedlich ausfallen. Je weiter die dementielle Erkrankung fortschreitet, desto instabiler wird auch der Allgemeinzustand der Menschen mit Demenz - in der Folge treten vielfach Inkontinenz und Bettlägrigkeit ein.


Nicht bei jedem Menschen mit Demenz treten alle Symptome regelmäßig auf. Die Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit müssen zwar vorhanden sein, um die Diagnose einer Demenz zu stellen, ob aber z. B. Unruhe, Wahn oder Halluzinationen auftreten, ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen sind eher getrieben und unruhig, andere sind kaum zu einer Aktivität zu bewegen.

Weitere Informationen zum Krankheitsverlauf sind auch im Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammengestellt.