Nichtmedikamentöse Behandlung bei Demenz

Neben der medikamentösen Behandlung ist es besonders wichtig, den Betroffenen und ihren Familien weitere unterstützende Angebote aufzuzeigen. Das kann der Verweis auf eine Beratungsstelle sein, die sich auf die Begleitung von Menschen mit Demenz und ihrer Familien spezialisiert hat. Derartige Angebote bieten Hilfestellungen zu einer angemessenen Alltagsgestaltung im Zusammenleben mit Menschen mit Demenz, sie bieten psychosoziale Hilfen an und sind hilfreich bei der Einbeziehung von weiteren entlastenden Diensten. Sie beraten darüber hinaus insbesondere zum Einsatz von Strategien und zu besonderen Formen des Umgangs mit Menschen mit Demenz, die erheblich zur Entspannung der häuslichen Situation und zur Verbesserung der Lebensqualität aller Beteiligten beitragen können (nichtmedikamentöse Therapie).

In den letzten Jahrzehnten sind verschiedene Konzepte zur Begleitung von demenzerkrankten Menschen entwickelt worden. Anwendung finden beispielsweise das Realitätsorientierungstraining (ROT), die Validation bzw. integrative Validation, die Milieutherapie sowie die Selbsterhaltungstherapie (SET). Unter dem obigen Link finden Sie eine Übersicht und weitere Erläuterungen dazu.

Einfaches Gedächtnistraining kann hilfreich sein, sofern es nicht zu einer Überforderung führt, denn die spielerischen Denk- und Gedächtnisübungen sollen Spaß machen und Erfolgserlebnisse ermöglichen. Weiterhin sollte die Umgebung für den Menschen mit Demenz Hilfen zur Orientierung (z. B. Kalender) bieten. Bezüge und Informationen zur Lebensgeschichte und Umgebung können den Erkrankten Sicherheit geben in einer Welt, die sie oftmals nicht mehr verstehen. In der Kommunikation mit Menschen mit Demenz ist es hilfreich auch Gefühle wahrzunehmen, wertzuschätzen und ihnen Gültigkeit zuzusprechen (Validation).


Fähigkeiten und Kraftquellen stehen auch Menschen mit einer Demenz zur Bewältigung ihrer Lebenssituation zur Verfügung und sollten gefördert werden. Durch die Pflege von Erinnerungen können die bestehenden Ressourcen der Menschen angesprochen werden. Ergotherapie, künstlerische und körperliche Aktivität und Therapien, die die Sinne ansprechen, können die Stimmung, Alltagsfähigkeiten und Unruhe günstig beeinflussen.


Insbesondere die Angehörigen von Menschen mit Demenz stehen vor großen Belastungen und spannungsreichen Konflikten. Einerseits haben sie meist den Anspruch an sich selbst noch vorhandene Fähigkeiten zu fördern. Andererseits werden sie durch das unvermeidliche Voranschreiten der Demenz immer wieder darin entmutigt. Die Entlastung und Unterstützung Angehöriger bildet deshalb eine wichtige Säule in der Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz und bedeutet auch für den an Demenz erkrankten Menschen eine Erleichterung.