ZIM-Netzwerk KMU4DEMENTIA schafft technische Lösungen für die Versorgung von Demenz-Patienten

Informations- und Koordinierungsstelle der LID NRW - am 21. Jan 2019

IVAM Fachverband für Mikrotechnik

In Deutschland sind aktuell rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt – bis zum Jahr 2020 werden, laut Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, rund 3 Millionen betroffen sein. Allein in Nordrhein-Westfalen leiden rund 350.000 Menschen an einer Form von Demenz. Ein Drittel dieser Personen sind mittelschwer bis schwer erkrankt.

Der demografische Wandel ist eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen. Mit der positiven Steigerung des zu erwartenden Lebensalters sind leider häufig auch einschränkende körperliche Veränderungen verbunden. Häufig tritt der Verlust geistiger Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung und Verknüpfung von Denkinhalten auf, sodass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können. Darüber hinaus haben die Patienten in der Regel weitere Leiden, sodass aufgrund dieser Kombination ein hoher Pflege- und Behandlungsaufwand besteht. Innovative Produkte, basierend auf neuen Technologien aus den Bereichen Miniaturisierung und Digitalisierung, bieten hierbei ein hohes Potenzial zur Unterstützung und Pflege. Das neu gegründete ZIM-Netzwerk KMU4DEMENTIA hat sich daher zum Ziel gesetzt, ein modulares Gesamtsystem für die Verbesserung der Versorgung von Demenzerkrankten in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zu entwickeln. Mit Hilfe der technischen Lösungen sollen diese Einrichtungen befähigt werden, die Patienten sicherer, humaner, individueller und qualitativ besser zu pflegen.

Besonderheit des ZIM-Netzwerkes ist die Einrichtung des Realraum-Innovationslabors*Demenz. In diesem am Helios Universitätsklinikum Wuppertal eingerichteten Patientenraum können entwickelte Produkte direkt unter Realbedingungen getestet werden. So kann der Innovationsprozess von der Produktidee über die Produktentwicklung bis hin zum Test im realen Klinikbetrieb unterstützt werden. Teams, deren Pilotumsetzungen erfolgreich sind, sollen dann die Möglichkeit erhalten, ihre Anwendungen in einem groß angelegten „Rollout“ in weiteren Helios-Kliniken zu installieren.

Zur Pressemitteilung des IVAM

Zu den ZIM-Netzwerken