Sichere Diagnose und mögliche Therapien der Alzheimer-Demenz durch Nuklearmedizin

Informations- und Koordinierungsstelle der LID NRW - am 18. Apr 2017

Durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung nimmt auch die Patientenanzahl von altersabhängigen Erkrankungen wie Demenz immer weiter zu. Trotz des medizinischen Fortschritts konnten die Ursachen und Mechanismen von Alzheimer-Erkrankungen noch nicht vollständig geklärt werden. Neue nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren könnten hier zu einer Lösung beitragen, sowohl was das Verständnis dieser Erkrankungen betrifft als auch hinsichtlich einer verbesserten Diagnose sowie möglicherweise in der Entwicklung und Erprobung von neuen Therapieansätzen.

Neue nuklearmedizinische Verfahren der molekularen Bildgebung können nun dabei helfen, die Veränderungen im Gehirn sichtbar zu machen. Somit könnte die Entwicklung dieser Erkrankungen besser zu verstehen hoffentlich bald erfolgreich behandelt werden.  Als Kernmerkmale der Alzheimer-Erkrankung gelten zwei Formen von krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn: Es finden sich Ablagerungen des sogenannten Amyloid-Eiweißes („Plaques”) im Zellzwischenraum des Gehirns sowie weitere Ablagerungen des sogenannten Tau-Eiweißes (Neurofibrillen oder „Tangles“) in den Nervenzellen. Der genaue Wirkeffekt dieser Eiweißablagerungen ist bisher nicht bekannt. Man geht aber davon aus, dass sie ursächlich mit der Erkrankung in Verbindung stehen und die frühen Formen dieser verklebten Eiweißbruchstücke die Funktion der Synapsen – also der Nervenübertragungsstellen – und damit der Nervenzellen insgesamt beeinträchtigen. Bisher konnte ein sicherer Nachweis dieser krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn nur durch die Analyse von Hirngewebe unter dem Mikroskop erfolgen, so dass eine sichere Diagnose der Erkrankung zu Lebzeiten des Patienten nicht möglich war.


Neue nuklearmedizinische Verfahren der molekularen Bildgebung können nun dabei helfen, die Veränderungen im Gehirn objektiv zu erfassen und damit die Entwicklung dieser Erkrankungen besser zu verstehen und in einem nächsten Schritt hoffentlich auch erfolgreich zu behandeln.
Neue nuklearmedizinische, bildgebende Verfahren erlauben nun aber eine Visualisierung der betreffenden Auffälligkeiten im Gehirn auch beim lebenden Menschen. Dies erfolgt mittels der sogenannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Bei diesem hochempfindlichen Bildgebungsverfahren werden beim Menschen durch den Einsatz sogenannter Tracer – gering radioaktiv markierter Spürsubstanzen – Veränderungen in molekularer Größenordnung sichtbar gemacht. Hierfür wird eine kleine Menge dieser Tracer-Substanz in eine Armvene injiziert. Der Tracer verteilt sich im Körper und verbindet sich dann gezielt mit den krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn. Seine Verteilung kann dann durch die von ihm ausgehende radioaktive Strahlung mittels einer speziellen, hochempfindlichen PET-Kamera dargestellt werden. Für die untersuchte Person ist dies mit keinerlei Schmerzen oder anderen Unannehmlichkeiten verbunden.

In der Praxis werden schon heute einige der Tracer zum Nachweis von Amyloid- Ablagerungen angewendet. Damit kann eine Alzheimer-Erkrankungen schon sehr früh nachgewiesen oder ausgeschlossen werden.

Durch den steten medizinischen Fortschritt und die Forschung können vielleicht bald Demenz-Erkrankungen schnell und präzise diagnostiziert werden.

Lesen die den ganzen Artikel der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. hier!