Reisen in die Vergangenheit für Menschen mit Demenz

Informations- und Koordinierungsstelle der LID NRW - am 18. Sep 2017

Gaming-Aid unterstützt VR-Projekt für Demenzerkrankte

Das  von der Agentur Weltenweber und dem HELIOS Cäcilien-Hospital Hülse entwickelte Pro-Bono-Projekt "Krefeld im Wirtschaftswunder" soll Menschen mit Demenz eine Reise zurück in die Vergangenheit ermöglichen. Mit Hilfe von Virtual-Reality-Technologie sollen die Patienten des HELIOS Cäcilien-Hospitals ihre Stadt so erleben können, wie sie in den fünfziger und sechziger Jahren aussah. So soll eine der belebtesten und bekanntesten Straßen Krefelds zum Leben erweckt werden. Anhand von Fotos der Kreuzung Rheinstraße/Ostwall rekonstruieren die Weltenweber das Areal und bereiten es für das VR-System entsprechend vor. Auf diese Weise soll eine virtuelle Version der Kreuzung, angereichert mit unterschiedlichen "Erinnerungspunkten", entstehen. Patienten mit Demenz sollen durch die realitätsnahe Darstellung ihres Ortes und das intensive VR-Erlebnis ihre Erinnerungen leichter wecken und davon erzählen können.

Die Non-Profit-Charity-Organisation Gaming-Aid e.V. unterstützt dieses Serious-GamingProjekt und stellt die notwendige Hardware für den Einsatz des Projektes vor Ort zur Verfügung, also die VR-Brille sowie eine leistungsfähige Grafikarte und den PC. Ende Juni fand die Übergabe der Hardware im HELIOS Cäcilien-Hospital Hüls statt. Wenn alles planmäßig läuft, soll „Krefeld im Wirtschaftswunder“ bereits im Herbst 2017 voll funktionsfähig sein und die ersten Patienten ihre Reise in die Vergangenheit antreten.

„Virtuelle Welten zu erstellen ist unsere Leidenschaft, wenn wir damit etwas Gutes tun können, ist es natürlich umso besser“, so Lukas Kuhlendahl, Mitbegründer und Projektmanager bei Weltenweber. Auch die Vorstandsvorsitzende des Gaming Aid e.V. Svenja Bhatt ist von dem Projekt begeistert: „Ich finde es besonders toll, dass auch Menschen, die wahrscheinlich noch nie ein Videospiel gespielt haben, von einer für uns Gamer schon fast alltäglichen Technologie wie VR profitieren können. Da unser Aufgabenfeld normalerweise innerhalb der Gamesbranche liegt, ist es umso schöner, wenn wir durch die Unterstützung eines Serious-Gaming-Projekts indirekt Menschen eine Freude machen können, die nicht zu unserer Zielgruppe gehören.“

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