Projekt AniTa – Angehörige im Tausch

Informations- und Koordinierungsstelle der LID NRW - am 8. Apr 2019

Wenn beispielsweise ein weit entfernt lebender Elternteil an einer Demenz erkrankt, stellt das die Kinder vor besondere Herausforderungen und Belastungen, die anders sind, als die der Vor-Ort-Pflegenden. Mangelhafte oder unvollständige Informationen erschweren das Knüpfen eines Unterstützungsnetzwerks aus der Ferne, Emotionen wie Sorge und Angst dominieren. Zu diesem Schluss kommt das Projekt AniTa der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg aufgrund von Befragungen.

Eine Lösungsidee, die das Projekt verfolgt, ist die Vernetzung von Angehörigen mit dieser Situation untereinander. So kann sich Tochter A, die vielleicht in Hamburg lebt, um den in Hamburg lebenden Vater von Sohn B aus München kümmern. Umgekehrt sieht Sohn B nach der in München lebenden Mutter von Tochter A.

Idealerweise sollten solche „Tauschpatenschaften“ frühzeitig und nicht erst in einer Akut-Situation zustande kommen. Eine Tauschpatenschaft ersetzt keine Haushaltshilfe und keinen Pflegedienst. Der entfernt lebende Angehörige profitiert aber von einem Ansprechpartner vor Ort, die Teilhabemöglichkeiten der alten Menschen werden gefördert. Erste Interessenten haben sich bereits bei der „Tauschbörse“ angemeldet. Um Tauschpaare in größerer Zahl erfolgreich vernetzen zu können, ist eine breite Information über das Projekt erforderlich.  

Nähere Informationen, auch zur praktischen Durchführung, und Anmeldung für die Tauschbörse unter:
www.anita-familie.de