Neue Studie zeigt: Alkoholmissbrauch erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Demenzerkrankung stärker als bisher angenommen

Informations- und Koordinierungsstelle der LID NRW - am 12. Mär 2018

Die bisher größte Studie die den Zusammenhang von Alkoholkonsum und Demenzerkrankungen untersucht hat, fand heraus, dass das Risiko bislang weit unterschätzt wurde. In der von französischen und kanadischen Medizinern durchgeführten Studie konnte vor allem der Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und einer Erkrankung an Demenz im frühen Lebensalter, vor dem 65. Lebensjahr, nachgewiesen werden.

Die Forscher werteten Krankenakten von mehr als 31 Millionen Männern und Frauen aus, die innerhalb von sechs Jahren in französische Krankenhäuser eingeliefert worden waren, um den Zusammenhang zwischen Demenzerkrankungen und Alkoholmissbrauch zu untersuchen. Dabei hatten die Ärzte bei etwa 1,1 Millionen Patienten eine Form von Demenz Diagnostiziert, in 945.500 Fällen Alkoholmissbrauch. Ein Zusammenhang zeigte sich dahingehend, dass starker Alkoholkonsum mit einem 3,3-fach erhöhten Demenzrisiko verbunden war. Bei Demenzerkrankten, die jünger als 65 Jahre waren, war dieser Zusammenhang noch höher: in dieser Gruppe erwiesen sich 57 Prozent als alkoholkrank. Auf Grundlage dieser Studie könnte die Bedeutung des Alkoholmissbrauchs für das Demenzrisiko größer sein als bislang bekannte Faktoren wie Rauchen, Depressive Störungen und Bluthochdruck.

Weitere Informationen finden Sie hier , die gesamte Studie (in englischer Sprache) können Sie über die medizinische Fachzeitschrift The Lancet beziehen.