Technische Hilfsmittel bei Demenz - Innovative Idee aus Japan

Informations- und Koordinierungsstelle der LID NRW - am 13. Dez 2016

Ein nachlassendes Orientierungsvermögen ist eine der Herausforderungen mit der Menschen mit Demenz im Alltag konfrontiert sein können. Die japanische Stadt Iruma startete nun den Versuch dem Problem mit Hilfe von QR-Codes entgegenzuwirken, wie Spiegel Online berichtet. Es seien spezielle kleine QR Aufkleber entwickelt worden, die auf Hand- oder Fußnägel geklebt werden können. Diese OR-Codes enthalten eine individuelle Identitätsnummer. Mit Hilfe eines QR-Code Scanners kann diese Nummer von der Polizei abgelesen werden. Diese ermittelt mit Hilfe der Identitätsnummer über die öffentliche Verwaltung die Angehörigen und informiert sie über den Aufenthaltsort des Betroffenen. Die 1 cm großen QR-Code Aufkleber sollen ca. 2 Wochen auch bei Nässe auf den Nägeln halten. Ebenfalls besteht die Möglichkeit QR Codes an der Kleidung zu befestigen. Da diese allerdings häufig gewechselt wird, scheint das sehr umständlich zu sein. Den vollständigen Artikel von Spiegel Online finden Sie hier .

Auch die Landesinitiative Demenz-Service NRW befasst sich intensiv mit der Frage nach technischer Unterstützung von Menschen mit Demenz. Positiv bei der Idee aus Japan ist, dass der QR-Code ganz klein auf einem Nagel aufgeklebt wird, sodass Betroffene nicht zu offensichtlich in eine Schublade gesteckt werden. Besonders für jüngere Menschen mit Demenz, könnten Maßnahmen wie diese eine sinnvolle und alltagstaugliche Ergänzung sein. Sie können so sowohl mobil sein als auch mit Unterstützung im Notfall wieder nach Hause finden, falls Sie mal die Orientierung verlieren.

Gerne möchten wir Ihre Meinung zur Nutzung des QR Codes wissen. Schreiben Sie uns diese bitte an koordinierungsstelle@demenz-service-nrw.de.

Innerhalb der Landesinitiative Demenz-Service NRW hat sich besonders die Arbeitsgruppe Menschen in der frühen Phase der Demenz vorgenommen, das Themenfeld technische Unterstützung im Alltag intensiver zu beleuchten. Dabei geht es zunächst darum herauszufinden, welche Möglichkeiten es jetzt schon gibt und welche Art von Hilfe sie bieten. Es geht aber auch um wissenschaftliche Erkenntnisse und um ethische Fragestellungen.