Historisches Museum in Bielefeld: Führungen für Menschen mit Demenz

Demenz-Servicezentrum Region Ostwestfalen-Lippe - am 8. Mär 2018

Das Historische Museum in Bielefeld bietet drei thematische Führungen für Menschen mit Demenz an.

Alle drei Vermittlungsangebote dauern 1,5 - 2 Stunden und beginnen mit dem „Ankommen“ im Museum. Die BesucherInnen trinken in gemütlicher Runde Kaffee. Es gibt Kuchen und erste Gespräche über dies und das. In Ruhe können sich die TeilnehmerInnen an die neuen Gesichter und den Raum gewöhnen, dann erst beginnt der aktive Teil.

„Drinnen und draußen“ – Erinnerungen ans Spielen und Freizeitleben

Nach dem Kaffeetrinken geht es in die barrierefreie Dauerausstellung.

Dort werden den BesucherInnen einige Spielzeuge zum Fühlen in die Hände gelegt und in sensibel geführten Gesprächen erfahren alle, womit die TeilnehmerInnen als Kind am liebsten gespielt haben. Wie waren noch mal die Regeln? Wer kennt noch Abzählverse? Viele Erinnerungen werden wieder lebendig und laden zu weiteren Erkundungen ein. Denn wir befinden uns auf einem lebendigen Platz, der das städtische Leben in Bielefeld zeigt. Bekannte Filmmusiken lassen den Blick in die Kino-Vergangenheit schweifen: Wer ging gern ins Kino? Was war der Lieblingsfilm? Gab es Lieblingsschauspieler? Beim Anblick und Fühlen des Oldtimers kommen vielleicht schöne Erinnerungen an die erste Urlaubsreise, die durch das Vorlesen einer lebendigen Reim-Geschichte verstärkt werden.

Zurück am Tisch gibt es noch eine kleine Bastelaktion. Die BesucherInnen werden nun kreativ und gestalten ein Erinnerungsstück, das sie mit nach Haus nehmen dürfen.

„Feste feiern“ – Erinnerungen an Alltag und Geselligkeit

Nach dem Kaffeetrinken werden typische Festtags-Objekte hervorgeholt, die die TeilnehmerInnen befühlen und betätigen dürfen. Durch die vielfältigen Sinnesaktivierungen kommen Erinnerungen an damalige Feste hoch. Wie funktioniert z. B. die Kaffeemahlmaschine und wie riecht das frisch gemahlene Kaffeepulver? Welche besonderen Feste gab es? Welcher Lieblingskuchen wurde gebacken? Kam das gute Silber auf den Tisch? Vielleicht kennen einige TeilnehmerInnen noch bekannte Kirchenlieder und finden sie im alten Gesangbuch.

Ein kurzer Besuch in der barrierefreien Dauerausstellung weckt weitere Erinnerungen an früher: Die alte Wohnküche. Durch Fühl- und Riechaktionen werden traditionelle Küchenrezepte wieder lebendig. Und wie wurde in der Wohnküche gelebt? Was wurde abends gemacht? Vielleicht wurden Märchen vorgelesen? Wenn ja, welche?

Oder wurde doch lieber das Wunschkonzert im Radio gehört? Fröhlich gestimmt durch die flotten Evergreens, geht es zurück an den Tisch. Nun stärken wir uns mit einer kleinen Leckerei, die wir gemeinsam zubereiten. Dabei duftet das ganze Museum nach Vanille …

„Arbeit ist das halbe Leben“

Nach dem Kaffeetrinken geht es in die barrierefreie Dauerausstellung und es dreht sich alles um das Berufsleben und den Arbeitsalltag zu Haus. Zunächst einmal erleben die BesucherInnen hautnah und anschaulich die Wäscheproduktion. Wer mag, kann sich aber auch Werkzeuge und Maschinen ansehen. Außerdem wird das Erinnerungsvermögen an das eigene Berufsleben verstärkt, indem typische Berufsobjekte gefühlt werden und es kommen ruhige, interessante Gespräche auf: Welcher Beruf wurde ausgeübt? Was hat besonders gefallen, was nicht? Gab es typische Frauen- und Männerberufe? Wurde ein Henkelmann mit zur Arbeit genommen, eine Aktentasche? Mit Riechaktionen und Musikbeispielen wird aber auch der damalige Arbeitsalltag zu Haus reflektiert: Wer kennt den Frühjahrsputz? Welche Gartenarbeiten fielen an? Wer kennt noch Kaiser Natron und wie wurde die Wäsche gesäubert?

Am Schluss werden alle kreativ: Um die Arbeitshände zu pflegen, stellen die Frauen ihre eigene Handcreme her. Die Männer fertigen mit Hammer und Nagel eine Aufbewahrungskiste aus Holz.

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