Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke überreicht Zertifikate an ehrenamtliche Brückenbauerinnen und Brückenbauer

Demenz-Servicezentrum Region Düsseldorf - am 18. Jan 2017

Foto: Ursula Kieninger

In Düsseldorf leben zurzeit etwa 12.000 demenzkranke Menschen, davon haben rund 2.600 einen Migrationshintergrund. Viele Familien mit Zuwanderungsgeschichte nehmen bei beginnender Demenzsymptomatik eines Angehörigen keine professionellen Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anspruch. Wenn sie Hilfe benötigen, wenden sie sich erfahrungsgemäß oft an Personen mit einer vergleichbaren kulturellen Herkunft. Bei diesen gibt es zurzeit aber nur wenig Wissen über demenzielle Erkrankungen. Aus diesem Grund wurde  das Projekt „Brücken bauen – kultursensibel helfen“ vom Interkulturellen Demenz-Netzwerk Düsseldorf gegründet. Bei diesem deutschlandweit einzigartigen Qualifizierungskurs wurden von November 2016 bis Januar 2017 insgesamt 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult, um zum Thema Demenz erste Auskünfte in der Herkunftssprache zu geben und Beratungs- und Unterstützungsangebote zu vermitteln.


Im Mittelpunkt der 30-stündigen Schulung standen unter anderem das Krankheitsbild Demenz, die Besonderheiten in der Kommunikation, die Situation der Angehörigen und die rechtlichen Aspekte. Die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Seniorenhilfe, des Pflegebüros, der Betreuungsstelle und von Referenten des Demenznetzes Düsseldorf vorgestellt. Zudem wurde den Schulungsteilnehmerinnen und Teilnehmern eine Hospitation in einem Betreuungsangebot des Demenznetzes Düsseldorf ermöglicht. 

Die ehrenamtlichen Brückenbauerinnen und Brückenbauer bekamen am 17. Januar nach ihrem letzten Schulungstermin von Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke und Roland Buschhausen, Leiter des Amtes für soziale Sicherung und Integration, ihre Zertifikate überreicht.

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen haben damit in Düsseldorf ab sofort eine erste Kontaktperson, die Arabisch, Dari, Farsi, Griechisch, Kurdisch, Paschto, Persisch, Serbokroatisch, Spanisch oder Türkisch spricht.

Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke erläutert, dass durch die Brückenbauerinnen und Brückenbauer in Düsseldorf zukünftig Wissen über Demenz in verschiedenen Sprachen zielgerichteter vermittelt werden kann und vorhandene Barrieren verringert werden können. Denn Kenntnisse über die Erkrankung und den entsprechenden Umgang mit den an Demenz erkrankten Menschen ermöglichen eine Verbesserung der Lebenssituation und den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit.

Die Tätigkeiten der Brückenbauerinnen und Brückenbauer sind Lotsenaufgaben und beinhalten keine eigenen Betreuungs-, Beratungs- oder Dolmetscherleistungen. Der Kontakt zu ihnen wird über den jeweiligen Träger/Verein vermittelt, für den sie ehrenamtlich tätig sind:

  • Alzheimer Forschung Initiative e. V.
  • DRK-Kreisverband Düsseldorf Integrationsagentur
  • Familienglobus gGmbH AWO Integrationsagentur
  • Multikulturelles Forum e. V.
  • Peywand e. V.
  • „zentrum plus“/Diakonie in Flingern

Das Projekt wurde initiiert vom Interkulturellen Demenz-Netzwerk Düsseldorf, eine Arbeitsgruppe von Expertinnen und Experten aus dem Bereich Demenz und dem Bereich Migration. Gemeinsames Ziel ist es, in Düsseldorf die Versorgungssituation für demenzerkrankte Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu verbessern.

Das Interkulturelle Demenz-Netzwerk Düsseldorf und das Projekt „Brücken bauen“ werden koordiniert von Peter Tonk, Demenz-Servicezentrum Region Düsseldorf , Amt für soziale Sicherung und Integration, Telefon 0211.89-22229.