"Alleine Geht es nicht": Jahrestagung 2013 der Landesinitiative Demenz-Service gibt neue Impulse für die Netzwerkarbeit für und mit Menschen mit Demenz

Kurzinformation zur Tagung

Link zur Dokumentation der Tagung

300 Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Pflege, Therapie, Begleitung und Betreuung von Menschen mit Demenz diskutierten am 7. Mai in Münster unter dem Motto "Alleine geht es nicht" Fragen der Netzwerkarbeit für und mit Menschen mit Demenz.
 
Nach der Begrüßung durch Herrn Peeters, Sprecher der Landesverbände der Pflegekassen in NRW referierte Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt vom Seminar für Sozialpolitik der Universität zu Köln über die notwendigen gesellschafts- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen von Netzwerkarbeit für Menschen mit Demenz. Sein Vorschlag: Gründung einer "Agentur für sozialräumliche Sozialkapitalbildung" auf kommunaler Ebene und Integration regionaler Pflege- und Gesundheitskonferenzen und transsektorale Weiterbildung zu einer „regionalen Sozialraumentwicklungskonferenz“.
 
Anschließend berichtete Prof. Dr. Mennemann von der Katholischen Hochschule NRW Abt. Münster über praktische Fragen der Umsetzung und der Anforderungen an Netzwerkarbeit. Ausgehend von verschiedenen Netzwerktypen wurden fördernde und hindernde Bedingungen beschrieben, Anforderungen an die Moderation thematisiert und Fragen der professionenübergreifenden Kommunikation und kommunikationsfördernder Haltungen thematisiert. Sein Fazit "es ist nicht leicht, aber es geht".
 
Der Vormittag wurde abgerundet durch Berichte von Demenz-Servicezentren, in denen exemplarisch über Möglichkeiten der Unterstützung von lokalen Demenznetzwerken durch Demenz-Servicezentren berichtet wurde. Beeindruckend war, welch vielfältige Formen Netzwerkarbeit für Menschen mit Demenz in der Kommune und wohnortnah im Quartier annehmen kann, und wie hilfreich dabei eine erfahrene, informierte und flexible Moderation, Begleitung und Unterstützung durch Demenz-Servicezentren sein kann.
 
Im Begleitprogramm der Tagung stellten 15 regionale und lokale Demenznetzwerke aus Nordrhein-Westfalen an Infotischen ihre Arbeit vor und diskutierten mit den Teilnehmenden Strategien, Ergebnisse und Rahmenbedingungen von Netzwerkarbeit am konkreten Beispiel. Weiterhin hatte sich der Bus der "mobilen gerontopsychiatrischen Beratung" im Rhein-Erft-Kreis auf den langen Weg nach Münster gemacht. Das Demenz-Servicezentrums Region Ruhr  führte live eine "Schirm-Veranstaltung" im Rahmen der Initiative des "Demenz unter dem Schirm des Quartiers" vor und lud zur Nachahmung ein.
 
In lebhaften Diskussionen wurden nachmittags in fünf Workkshops in Kleingruppen von bis zu 10 Personen praktische Fragen der Netzwerkarbeit in verschiedenen Zusammenhängen miteinander erörtert. Workshops gab es zu Nachbarschaftlichen Netzwerken, Netzwerken von Anbietern Niedrigschwelliger Betreuungsangebote, Netzwerken von lokalen Dienstleistungsanbietern, Netzwerken von pflegerischen und medizinisch-therapeutischen Leistungen sowie von Kommunen initiierten und getragenen Demenznetzwerken. Eingesetzt wurde dabei die Methode "World-Café", die sich in besonderem Maße für die Netzwerkarbeit und den professionenübergreifenden Dialog eignet.
 
"Diese Veranstaltung hatte das Potenzial zu begeistern" so fasste Stefan Juchems, der die Teilnehmenden für das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen verabschiedete, seine Eindrücke von der Veranstaltung zusammen.

Dokumentation

Die Veranstaltung wurde filmisch dokumentiert. Die folgenden Dokumentationen und Filmbeiträge werden laufend ergänzt. Die Ergebnisse der Workshops am Nachmittag werden zur Zeit dokumentiert und demnächst ebenfalls auf dieser Seite veröffentlicht. Dokumentation der Tagung