Dialog- und Transferzentrum Demenz
Transfer - Wissenschaft - Praxis
Kontakt:
Dialog- und Transferzentrum Demenz
Stockumer Straße 10
58453 Witten
Tel: ++49 (0) 2302 / 926-368
Fax: ++49 (0) 2302 / 926-318
E-Mail: dialogzentrum@uni-wh.de
Website: www.dialogzentrum-demenz.de
Website Uni Witten/Herdecke: www.uni-wh.de
Mitarbeitende:
- Detlef Rüsing (Leitung; detlef.ruesing@uni-wh.de)
- Siamak Farhur (Wissenschaftlicher Mitarbeiter; simak.farhur@uni-wh.de)
- Christian Müller-Hergl (Wissenschaftlicher Mitarbeiter; christian.mueller-hergl@uni-wh.de)
- Nicole Ruppert (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, nicole.ruppert@uni-wh.de)
- Claudia Kuhr (Sekretariat; Claudia.Kuhr@uni-wh.de)
Arbeitskonzept
Das Dialog- und Transferzentrum (DZD) ist eine gemeinsame Einrichtung des Sozialministeriums NRW und den Landesverbänden der Pflegekassen und besteht als eine Säule der 2004 gegründeten „Landesinitiative Demenz Service NRW“. Es ist inneruniversitär am Institut für Pflegewissenschaft der Privaten Universität Witten/Herdecke gGmbH verankert.
Bereits von 2005 bis 2008 alleinig durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) gefördert, trat es am 1. Juni 2009 in eine weitere - nun durch MAGS und die Landesverbände der Pflegekassen gefördert - drei-jährige Förderphase ein.
Der Aufgabenschwerpunkt des DZD liegt in der Bearbeitung der Schnittstelle zwischen Versorgungsforschung im Bereich Demenz auf der einen Seite und der pflegerischen und betreuerischen Praxis auf der anderen Seite. Diese Herausforderung wird von den Mitarbeitenden des Instituts auf verschiedenen Ebenen angenommen und bearbeitet.
Eine adäquate Versorgung Demenzerkrankter durch verschiedene berufliche Disziplinen und vor allem auch durch Angehörige und Freunde ist nur durch einen Austausch zwischen Versorgenden und Forschenden möglich. Sowohl in der medizinischen als auch der pflegerischen Versorgung hat es große wissensbasierte Fortschritte gegeben. Dies war möglich, weil Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis eingeführt und dort überprüft wurden.
Allerdings sind allein im Jahre 2007 in wissenschaftlichen Journalen über 30.000 Artikel zum Thema Alzheimer und Demenz publiziert worden, deren Ergebnisse ausgewertet und auf Praxisrelevanz überprüft werden müssen. Dies ist für Praktiker in diesem Bereich aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Ein weiteres Problem – insbesondere für die nicht-medizinischen Berufe der Primärversorgung – besteht in der „Sprachbarriere“. Obschon mittlerweile international unzählige Studien und Erörterungen zu beispielsweise pflegerischen Themen publiziert werden, sind diese zumeist in der internationalen Wissenschaftssprache Englisch veröffentlicht. Zudem sind sie – selbst bei Veröffentlichung in deutscher Sprache – in einer Wissenschaftssprache veröffentlicht, die von möglichen Zielgruppen häufig nicht beherrscht wird. Die Ergebnisse müssten aufbereitet und etwaige Erfahrungen bei der Einführung in die Praxis an Kollegen in Praxis und Wissenschaft rückgemeldet werden.
Sämtliche bereits angesprochenen Probleme vervielfachen sich, wenn Angehörige als Zielgruppe des Transfers begriffen werden. Dies ist aber unbedingt notwendig, da über 60 Prozent der Demenzerkrankten in der eigenen Häuslichkeit von Angehörigen versorgt werden. Zudem gehen Forschungsarbeiten häufig inhaltlich an den Praktikern „vorbei“. Viele Forschungen mit wissenschaftli-chem Anspruch ignorieren vor dem Hintergrund der Wissenschaftlichkeit der möglichen Aussagen die Komplexität der Realität. Es braucht einen Dialog auf Augenhöhe; einen Dialog, in dem Praktiker Forschenden mitteilen, zu welchen praxisrelevanten Themen und Problemen sie Erkenntnisse benötigen und in dem Praktiker und Wissenschaftler Forschungsfragen gemeinsam entwickeln. Ein solcher Dialog existiert bislang nur vereinzelt.
Angebunden an das pflegewissenschaftliche Institut der Universität Witten/Herdecke und in beabsichtigter Kooperation mit dem ebenfalls an der Universität Witten/Herdecke in diesem Jahr die Arbeit aufnehmenden "Institut für Forschung und Transfer in der Pflege und Behandlung von Menschen mit Demenz" als Teil des „Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)“ bearbeitet das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) die zwischen Forschung und Praxis bestehende Schnittstelle im Bereich Demenz und ist somit an einer Verbesserung der Versorgung erkrankter Menschen beteiligt. Eine solche Struktur ist bundesweit einzigartig.
Das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) konzentriert sich in der geplanten zunächst dreijährigen Laufzeit auf folgende sieben Schwerpunkte:
- Recherche internationaler Erkenntnisse zur Versorgung Demenzerkrankter
- Dialog- und Transfer-Veranstaltungen
- Zielgruppengerechte Publikationen
- Wissenschaftliche Begleitungen von Pilot/Praxisprojekten im Demenzbereich
- Mitarbeit bei der Entwicklung und Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen
- Kooperation mit dem DZNE-Partnerstandort an der Universität Witten/Herdecke
- Gremien- und Netzwerktätigkeit




