25.08.2009
Wenn Demenz "nur" Nebensache ist
Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen Region Dortmund
"Überleitungsbogen Demenz" für Krankenhäuser entwickelt
Dortmund 25.08.2009 Patienten mit einer Demenz, die aufgrund einer körperlichen Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen, stellen Pflegepersonal und Ärzte vor besondere Herausforderungen. Nicht nur die Kommunikation mit den Betroffenen gestaltet sich mitunter als schwierig. Auch der Umgang und die richtige Versorgung werfen im Krankenhausalltag viele Fragen auf.
Falsche Diagnose aus Unkenntnis
Warum lässt die Patientin/der Patient sein Essen stehen? Weshalb ist sie/er bestimmten Menschen gegenüber schroff und unfreundlich, bei anderen aber sehr anhänglich? Lässt das Stimmungstief auf eine Depression schließen? Wieso geht die Patientin/der Patient nie zur Toilette, hat er vielleicht Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder Wasserlassen? Um die Pflege und Betreuung von Menschen mit der Nebendiagnose Demenz zu verbessern, hat das Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen Region Dortmund, in Anlehnung an ein ähnliches Konzept der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, einen Überleitungsbogen Demenz herausgegeben.
Fragebogen unterstützt Therapie und baldige Genesung
Neben allen relevanten persönlichen Daten des Patienten werden u. a. der Grad der Selbstständigkeit im Alltag, psychische Verhaltensauffälligkeiten, Ess- und Trinkgewohnheiten, Ruhe- und Schlafbedürfnis, Sprachverständnis und Sprechfähigkeit sowie der Bedarf an Hilfsmitteln erfasst. Kontaktdaten von Betreuungspersonen und Angehörigen runden den Fragebogen ab. Der Überleitungsbogen ist eine wertvolle Informationshilfe für Pflegepersonal und Ärzte in Krankenhäusern, um die fachgerechte Betreuung von Patienten mit der Nebendiagnose Demenz zu verbessern, das Wohlbefinden der Patienten zu fördern und so für eine schnellere, körperliche Genesung zu sorgen.
Fortbildung für Krankenhauspersonal
Entwickelt wurde der Bogen vom Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen Region Dortmund in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt im Rahmen des Arbeitskreises 'Menschen mit Nebendiagnose Demenz im Krankenhaus', an dem sich derzeit auch neun Dortmunder Krankenhäuser beteiligen. Momentan wird der Überleitungsbogen 'Demenz' in den Krankenhäusern erprobt. Anfang 2010 sollen dann auch Dienste und Einrichtungen der Altenhilfe miteinbezogen werden. Darüber hinaus erstellt der Arbeitskreis zurzeit ein Fortbildungsangebot für das Krankenhausfachpersonal, um die Betreuung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus weiter zu optimieren.
Weitere Informationen, darunter auch den Überleitungsbogen, erhalten Sie bei: Brigitte Heller, Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen Region Dortmund, Tel: (0231) 50-26243, E-Mail: bheller@stadtdo.de




