AG Demenz und Prävention

Ende April 2015 hat sich im Rahmen der Landesinitiative erstmalig eine Arbeitsgruppe getroffen, die sich vertiefend mit dem Thema Prävention bei Demenz beschäftigt. Ausgangspunkt ist ein Konzeptpapier des Demenz-Servicezentrums Region Bergisches Land.

Bedeutung von Prävention

Prävention ist das Verringern und Vermeiden von Risikofaktoren. Jede präventive Maßnahme verfolgt das Ziel, die Gesundheit zu erhalten bzw. zu verbessern sowie individuelles Leid so weit wie möglich zu verhindern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.

Prävention kann eine Demenzerkrankung nicht verhindern, aber verzögern. Sie umfasst somit die Bereiche der primären, sekundären und tertiären Prävention. Primäre Prävention setzt dabei vor dem Eintreten der Krankheit beim Erkennen von Risikofaktoren ein. Die sekundäre Prävention zielt darauf, Störungen und Symptome frühzeitig zu erkennen. Alle Maßnahmen der sekundären Prävention verfolgen das Ziel, dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken. Dies bezieht sich sowohl auf Menschen, die an Demenz erkrankt sind, als auch auf deren Angehörige. Im Sinne der Tertiärprävention sollen Folgeschäden verhindert werden.

Zu den Methoden aller präventiven Maßnahmen gehört, allem vorausgehend, die Förderung von Motivation und Gesundheitskompetenz des Menschen mit dem Ziel, gesundheitsschädliches Verhalten zu reduzieren und gesundheitsförderliches Verhalten zu stärken.

Zielsetzung der Arbeitsgruppe

Ziel ist es, bezogen auf die oben erwähnten und weit gefassten Bereiche der Prävention, die körperliche und seelische Gesundheit eines Menschen zu erhalten.

Zentrale Aussage ist, dass jedem Menschen Eigenverantwortlichkeit zugesprochen wird. Eigenverantwortliches Handeln des Einzelnen wird als eine Voraussetzung zur Prävention angesehen, kann aber im Verlauf einer dementiellen Erkrankung in bestimmten Lebenssituationen und Krankheitsphasen an andere verantwortlich abgegeben werden.

Das Ziel ist nicht als statisch anzusehen, sondern muss im Verlauf des Lebens fortwährend angepasst werden. Die Maßnahmen der Prävention ändern sich damit stetig und in Abhängigkeit zur Lebenssituation sowie dem körperlichen und seelischen Befinden.

Konzeptidee

Das Konzept geht von der Individualität des Menschen und seiner Biographie aus. Nur der Mensch selbst kann das Ziel eigenverantwortlich verfolgen. Ausgangspunkt ist daher der Mensch mit den Faktoren, die Einfluss auf seine Persönlichkeit, sein Befinden wie ebenso auf Gesundheit, Störungen und Risikofaktoren haben.

Zu diesen Faktoren gehören beispielhaft:

Soziales Umfeld, Religion, Kultureller Hintergrund, Wohnsituation, Bildung, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Finanzielle Ressourcen…

Das Präventionskonzept legt die Annnahme zu Grunde, dass Menschen Gesund sein und bleiben wollen. Dies wird als ein grundlegendes, menschliches Bedürfnis vorausgesetzt. Um das Ziel, möglichst lange gesund zu bleiben, erreichen zu können, muss der Einzelne sich selbst auf den Weg machen. Der aktiven, eigenverantwortlichen Phase werden zwei weitere vorangestellt. Der erste Schritt ist daher zunächst die Sensibilisierung für den Erhalt der Gesundheit als grundlegendes Bedürfnis sowie das Bewusstsein für Prävention zu schaffen.

Konzeptpapier

Hier finden Sie den Entwurf eines Konzeptpapiers mit ersten Vorschlägen und Ideen zur weiteren Umsetzung der Arbeit der Arbeitsgruppe.

Moderation und Ansprechpartner

Demenz-Servicezentrum Bergisches Land
Remscheider Straße 76
42899 Remscheid

Tel: 0 21 91 / 12 12 12
Fax: 0 21 91 / 12 14 00

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Monika Wilhelmi, Susanne Bäcker oder Arnd Bader.