Angebote zur Unterstützung im Alltag (ehemals: "Niedrigschwellige Hilfe- und Betreuungsangebote")

(Hinweis: Dieser Beitrag wird zur Zeit überarbeitet)

Menschen mit Demenz benötigen in der Regel eine ständige Begleitung rund um die Uhr. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass dies für drei Viertel der zuhause lebenden Menschen mit Demenz der Fall ist. Diese Begleitung sicherzustellen, stellt die meisten Familien vor große Herausforderungen. Oft fehlt dann die Zeit, eigenen Interessen oder auch einer Berufstätigkeit nachgehen zu können oder sich einfach mal auszuruhen und zu entspannen.

Angebote zur Unterstützung im Alltag
Diese Ausgangssituation war für die Gesetzgebung der Anlass, im Rahmen der Pflegeversicherung (SGB XI) nach und nach die Möglichkeiten der Inanspruchnahme und Finanzierung zusätzlicher entlastender Betreuungs- und Entlastungsleistungen (ab 1.1.2017 "Angebote zur Unterstützung im Alltag") auszubauen.

"Angebote zur Unterstützung im Alltag" nach § 45a SGB XI tragen dazu bei, Pflegepersonen zu entlasten, und helfen Pflegebedürftigen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbständig bewältigen zu können.

Zu den Angeboten zählen

  1. Betreuungsangebote in denen insbesondere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Pflegebedürftigen mit allgemeinem oder mit besonderem Betreuungsbedarf in Gruppen oder im häuslichen Bereich übernehmen,
  2. Entlastungsangebote, die der gezielten Entlastung und beratenden Unterstützung von pflegenden Angehörigen und vergleichbar nahestehenden Pflegepersonen in ihrer Eigenschaft als Pflegende dienen und
  3. Angebote zur Entlastung im Alltag, die dazu dienen, die Pflegebedürftigen bei der Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags oder im Haushalt, insbesondere bei der Haushaltsführung, oder bei der eigenverantwortlichen Organisation individuell benötigter Hilfeleistungen zu unterstützen.

Höhe und Voraussetzungen der Kostenerstattung durch die Pflegekassen
Voraussetzung für eine Kostenerstattung durch die Pflegekasse ist es, dass der Anbieter des Unterstützungsangebotes vom zuständigen Kreis bzw. der betreffenden kreisfreien Stadt anerkannt ist. Eine übersicht über die bislang anerkannten Angebote finden Sie im Angebotsverzeichnis der Landesinitiative Demenz-Service NRW. Darüber hinaus können nach Landesrecht Betreuungs- und Entlastungsangebote von ambulanten Pflegediensten abgerechnet werden.

Die Kosten können bis zu einer Höhe von monatlich 125 Euro von der Pflegekasse übernommen werden. Die Erstattung der Aufwendungen erfolgt auch, wenn für die Finanzierung der Leistungen Mittel der Verhinderungspflege gemäß § 39 SGB XI eingesetzt werden. Weiterhin können bis zu 40% des Pflegesachleistungsbudgets für nach Landesrecht anerkannte Unterstützungsangebote im Alltag verwendet werden.

Die Beträge sind zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger und vergleichbar Nahestehender in ihrer Eigenschaft als Pflegende sowie zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen bei der Gestaltung ihres Alltags. Sie dienen der Erstattung von Aufwendungen, die den Versicherten entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von

    1. Leistungen der Tages- oder Nachtpflege,
    2. Leistungen der Kurzzeitpflege,
    3. Leistungen der ambulanten Pflegedienste im Sinne des § 36, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht von Leistungen im Bereich der Selbstversorgung,
    4. Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a.

Information für Anbieter: Anerkennungsverfahren von Angeboten zur Unterstützung im Alltag

Die bisherige Verordnung über niedrigschwellige Hilfe- und Betreuungsangebote für Pflegebedürftige (HBPfVO) ist seit dem 01.01.2017 durch die "Verordnung über die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag und Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstruktur in Nordrhein-Westfalen ( AnFöVO )" ersetzt worden.

Die Zuständigkeit für die Anerkennung von Unterstützungsangeboten im Alltag liegt danach seit dem 01.01.2017 bei den Kreisen und kreisfreien Städten.

Sie möchten einen neuen Antrag auf Anerkennung eines Unterstützungsangebotes im Alltag stellen?

Unter dem folgenden Link finden Sie weitere Informationen des MGEPA, falls Sie einen Neueintrag stellen wollen auf:

  • Anerkennung von Unterstützungsangeboten im Alltag,
  • Anerkennung als Koordinierungsstelle für Betreuungskräfte (Einzelkräfte), die in einem unmittelbaren Beschäftigungsverhältnis mit dem Pflegebedürftigen stehen sowie
  • Anerkennung von Schulungskonzepten für die erforderliche 40-stündige Basisqualifizierung von Personen, die im Rahmen von Unterstützungsangeboten im Alltag als leistungserbringende Personen tätig werden.

Eine aktuelle landesweite Übersicht über die neuen Kontaktstellen und Ansprechpersonen steht bislang noch nicht zur Verfügung. Bitte nehmen Sie dazu den Kontakt mit dem zuständigen Kreis bzw. der kreisfreien Stadt auf. Vereinzelt finden Sie bereits entsprechende Angaben auf den Internetseiten der Kreise und Städte.

Angebote der Tages- und Nachtpflege sowie der Kurzzeitpflege

Angebote der Tages- und Nachtpflege sowie der Kurzzeitpflege in Ihrer Region können im Internet über Suchmaschinen der Pflege- und Krankenkassen recherchiert werden.

Pflegedienste

Pflegedienste, die zur Erbringung von Unterstützungsangeboten im Alltag nach § 45a SGB XI berechtigt sind, benötigen dazu eine entsprechende Zulassung der Pflegekassen. Hier finden Sie eine laufend aktualisierte Übersicht über Pflegedienste in NRW, die berechtigt sind, Leistungen nach § 45b SGB XI abzurechnen.