Gibt es spezielle Herausforderungen im ländlichen Raum?

Die Bevölkerungsdichte im ländlichen Raum ist deutlich geringer als in größeren Städten. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen:

  • Angebote müssen für ein räumlich großes Einzugsgebiet initiiert werden.
  • Die Distanzen zwischen Wohnort und Angebotsort sind oft groß, so dass sie für die Betroffenen unüberwindbar erscheinen und Angebote nicht genutzt werden.
  • Das ÖPNV-Netz ist oft defizitär ausgebaut. Die Bedeutung des Autos ist deutlich größer als in Ballungszentren. Das nicht mehr Auto fahren können / dürfen, wird von vielen Betroffenen als große Einschränkung erlebt.
  • Als Lösung für das Problem der weiten Distanz ist die Organisation eines Fahrtdienstes. Hier kann überlegt werden, dies ehrenamtlich zu organisieren.
  • Spezielle Angebote mit z.B. enger Altersbeschränkung oder Spezialisierung auf einen kulturellen Raum lassen sich im ländlichen Raum deutlich schwerer realisieren als in Ballungsgebieten mit engerer Besiedlung.

Die Erwartungshaltungen zu Aufgaben der Familien orientieren sich häufig an traditionellen Familienbildern mit gegenseitiger Unterstützung. Das Thema Demenz ist im ländlichen Raum häufig noch ein Tabu. In den öffentlichen Raum zu gehen – z.B. in eine SHG – ist für viele Betroffene und auch für die Familien noch nicht denkbar. Die Enttabuisierung des Themas ist für den ländlichen Raum weiterhin wichtig. Es bedarf einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, um die Angebote zu bewerben.

Bei der Planung der Angebote im ländlichen Raum ist zu beachten:

  • Angebot eines Fahrdienstes intensive Öffentlichkeitsarbeit mit Enttabuisierung
  • Auswahl eines zentralen Raumes
  • Die Einbeziehung von Ehrenamtlichen z.B. für Fahrdienste