Bis wann gilt eine Fahrt als Privatfahrt oder Freundschaftsdienst? Ab wann ist sie ein professioneller Fahrdienst?

Als eine Fahrgemeinschaft (privat) gilt eine Gruppe von zwei oder mehreren Personen, von denen eine mit dem eigenen Auto die anderen auf eine Fahrt mitnimmt. Im Falle eines Unfalls übernimmt die Versicherung des Unfallverursachers den entstandenen Schaden.

Achtung: Da heute eine Vielzahl an Optionen für eine Kfz Versicherung besteht, sollte vor der Übernahme von privaten Fahrten immer der eigene Versicherungsvertrag durchgelesen oder mit der Versicherung Rücksprache gehalten werden, um die Konditionen zu klären.

Welcher Führerschein ist erforderlich?

Bei privaten Fahrten mit dem Führerschein Klasse B dürfen bis zu 8 Personen (plus Fahrer) mitfahren. Bei privaten Fahrten mit mehr als 9 Personen wird ein Führerschein Klasse D1 (8 bis max. 16 Personen dürfen befördert werden) oder D (Busse) erforderlich.

Wann wird ein Personenbeförderungsschein benötigt?

Einen Personenbeförderungsschein benötigt man für das gewerbsmäßige Transportieren von Personen.

Achtung: Die Freistellung sieht vor, dass für die Beförderung von körperlich, geistig oder seelisch behinderten Menschen mit Kraftfahrzeugen zu und von Einrichtungen, die der Betreuung dieser Personen dienen, kein Personenbeförderungsschein erforderlich ist, siehe hier.

Sind die Mitfahrer über den/ die Fahrzeughalter/in versichert?

Alle Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft sind über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters und bei Fahrten zur Arbeitsstätte und wieder nach Hause über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Wo sind die Schäden versichert, die bei einem Autounfall im Ehrenamt entstehen?

Die Landesunfallversicherung sieht Leistungen für den Invaliditäts- oder Todesfall vor. Schäden am Kfz sind über die private Kaskoversicherung abgesichert, Schäden an einem anderen Auto oder Gegenstand, sowie bei anderen Personen begleicht die private Kfz-Haftpflichtversicherung.

Achtung: Nicht alle Tätigkeiten von Ehrenamtlern sind automatisch über die Landesunfallversicherung abgesichert. Beispielsweise müssen sich eingetragene Vereine, Verbände und Stiftungen uvm. über eine eigene Haftpflichtversicherung absichern lassen. Daher ist es ratsam vor Beginn der ehrenamtlichen Tätigkeit nach der Versicherung zu fragen. Im Anhang gibt es eine Checkliste. Die Träger können ehrenamtliche Tätige mit einem Sammelvertrag versichern lassen.

Was passiert, wenn die Fahrdienste nicht kostenfrei sind, z.B. Beteiligung an den Benzinkosten oder einer kleinen Pauschale? Sind dann andere Voraussetzungen gegeben?

Solange die "Einnahmen" die Benzin- und Betriebskosten nur decken bleibt es bei einer privaten Fahrgemeinschaft. Sobald der Fahrer mit den Einnahmen der Fahrten Gewinn macht wird es gewerblich und ein Personenbeförderungsschein muss beantragt werden.